Deine Kinder sind aber oft krank!

Deine Kinder sind aber oft krank!

Das hör ich fast öfter als „Hallo, wie geht’s euch“. Aber das ist noch nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist: Die Kids sind nicht gleichzeitig krank, sondern nacheinander. Immer dann, wenn ich glaub, der andere kriegt es diesmal, nur diese eine Mal, doch nicht, kriegt er es doch. Oder doch lieber ganz was anderes. Gehen die eigentlich Krankheiten shoppen? Ich hab da den Verdacht, dass sich die Kids im Kindergarten absprechen. So à la: „Mama ist so viel in der Arbeit. So gestresst. Hat irgendwer Halsweh? Oder Fieber? Dann her mit ein paar Vieren, Bakterien, Rotzglocken Marsch. Dann hat sie endlich eine Auszeit und kann sich daheim mit mir erholen.“ Doch irgendwie wird es dann meist noch mehr. Denn meist lieg dann auch noch ich flach – und bekomme zu hören … tataaaa … „Na du bist aber oft krank“.

Also ich hab ja da den Verdacht, dass das liebe Umfeld die Diagnose „Du/ Deine Kinder/ Deine Fische/ Dein Hund (hier bitte beliebig einsetzen) ist aber oft krank“ schon als Kritik meint. Denn: Die gute Hausfrau und Mutter, die Familienmanagerin hat gefälligst dafür zu sorgen, dass alles läuft. Rund bitte schön. Nicht hatschert oder patschert. Und wenn da jemand ausfällt, ist da schon die Mutter Schuld. Die hat sich da wohl wieder auf die faule Haut gelegt und nicht genug (auch hier bitte wieder selbst das Passende ankreuzen) Bio-Essen gekocht, Gemüse angeboten, Bazillen aus der Wohnung geputzt, Kinder gekuschelt oder sie zu viel Stress ausgesetzt (das schlägt sich ja aufs Immunsystem), zu viel mit ihnen geschimpft (das auch), zu viel Druck gemacht mit Anziehen oder am Klo (nicht am Parkett) Lulu-Machen. So halbkrankes Kind braucht jetzt wieder Mamaaaaaa (und ich fürcht, er meint damit mich 😉 ).

mutterseelesonnig

Sowas kriegt man schnell zu hören, wenn man mal eine Woche lang zwei kranke Kinder zu Hause hat. Sogar, wenn man nicht mal zu Hause bleibt, sondern die Kinder stundenweise alleine lässt, um im Büro das Nötigste zu erledigen. Jedenfalls wenn die Kinder den beliebten „zu krank für die Schule, zu gesund für daheim“-Status erreichen. Also Kopf-Bauchweh, schon auch Mama-bedürftig, aber ohne Fieber oder großes Leiden und drum auch stundenweise mit Buch oder Hörspiel zufrieden.

Trotzdem braucht ein krankes Kind Zuwendung, so oberflächlich die Erkrankung sein mag, und das Kind braucht auch was (Gesundes!) zu essen und es braucht die Nacht in Mamas Bett. Meine jedenfalls. Von einer konzentrierten und ausgeruhten Arbeitnehmerin bin ich also meilenweit entfernt, auch wenn ich per home office oder kurzen Einsätzen versuche, den Laden am laufen zu halten. Denn ich leite den Laden, in dem ich arbeite, das bringt zwar viel Flexibilität, aber auch Verantwortung mit sich.

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