Lieber Kinder statt Kastrastrion!

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Ihre Majestät, die Blogprinzessin, hat sich die Frage gestellt, „wieso man in diese Welt überhaupt noch Kinder setzen soll. In eine Welt in der offenbar ein Teil einem anderen Teil die Pest an den Hals wünscht und trotzdem Waffendeals stattfinden. Eine Welt in der Flüchtlinge per se erstmal Schuld an allem kriegen (Kommentar in einer Facebookgruppe: „Aber ich will auch ein Fahrrad vom Staat geschenkt bekommen.“) und wir uns selbst nicht mehr an die eigene Geschichte erinnern können. Oder zumindest daran dass wir alle Menschen sind. Wieso sollte ich in so eine Welt Kinder setzen?“

Gute Frage. Ich frag mich das nämlich auch. Und zwar nicht nur, weil Reproduktionsarbeit vor allem eines ist: Arbeit. Und weil die lieben Kleinen zwar klein, aber selten lieb sind. Die Antwort, die sich die Blogprinzessin selbst ist, ist: Hoffnung. In die Zukunft. Und darauf, dass die Kids es einmal besser machen.

Hoffen ist gut. Aber Hoffnung ist längst nicht alles. Denn Kinder sind nicht nur ein Grund zu hoffen, sondern auch die Basis. Und zwar für alles. Eine Gesellschaft ohne Kinder funktioniert nicht. Sie sind der Grund, um morgens aufzustehen. Nicht, weil sie laug genug sind, dass man sie nicht überhören kann. Sondern, um ihnen ein gutes Leben zu ermöglichen, ihre Existenz zu sichern, ihnen etwas weiterzugeben – egal ob Geld, moralische Werte oder ein sonstiges Vermächtnis. Eine Gesellschaft, in der die Kinder fehlen, ist kastriert. Ja, der aufmerksame Leser checkt jetzt, an dieser Stelle, wieso dieser Beitrag „Lieber Kinder statt Kastration“ heißt. Und zwar kastriert – im Sinne, dass nicht nur die Potenz und die Kraft fehlt, sondern auch die Funktion. Kinder sind der Kitt, der den Staat und die Gesellschaft im Großen wie im Kleinen zusammen hält. Wieso? Weil Kinder nicht nur der Grund sind, zu hoffen. Sondern weil Kinder uns einen Grund zum Handeln geben. Einen Grund, die Welt eben nicht zum Teufel gehen zu lassen. Einen Grund, eben nicht den Kopf in den Sand zu stecken und zu sagen „sch… drauf. Was kümmert es mich, wenn der Klimawandel voll zuschlägt? Wenn die mächtigen Konzerne sich die Welt und ihr Wasser unter sich aufteilen? Wenn jeden Tag nach UNICEF-Angaben 2.000 Kinder unter fünf Jahren sterben, weil sie keinen Zugang zu sauberen Wasser haben? Wenn die Xenophobie und rechte Parteien plötzlich gesellschaftsfähig werden? Und LKWs Menschen jagen?“

Zu hoffen, dass sich alles von selbst löst, ist schön. Aber ist Handeln nicht besser – damit am Ende eben nicht nur die Hoffnung lebt? Wie? Durch unser tägliches Tun. Denn das Politische, aber auch das Wirtschaftliche sind – in Umkehrung und Ausweitung des Anspruches der neuen Frauenbewegung (www.demokratiezentrum.org) – Teil des Privaten, und zwar über die Ungleichheiten zwischen Mann und Frau hinaus. Daher betrifft es auch uns alle, was in der großen, weiten Welt außerhalb des Kinderzimmers passiert. Wir können daher nicht in den Tag hinein leben. Warum? Eben, weil wir Kinder haben. Und es an uns liegt, wie die Welt aussieht, in die sie hinein geboren werden oder schon geboren worden sind. Wir dürfen daher nicht so leben, als wären uns die, die nach uns kommen, egal – politisch wie wirtschaftlich.

Was es mit uns macht: Wieso eigentlich noch Kinder in diese Welt setzen?
->http://blogprinzessin.de/2016/07/15/was-es-mit-uns-macht/

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