Sommerpause im Kindergarten. Tag 1.

IMG_6421Der Kindergarten hat Sommerpause. Montag haben Oma, Opa und der Onkel gewuppt. Vier Tage bleiben übrig. Für mich. Denn wenn sonst nix geht, dann muss Mama her. Also: Vier Tage lang bin ich mit den Kindern in Wien gestrandet. Ein Statusbericht der Grauens.

07:00 und ich habe die Tagwache verschlafen. K2 hat mich im Bett doch glatt übersehen und Papa geweckt. Und der mich. Also: aufgestanden, Mission erfüllt: Einmal Flascherl bitte. Einmal Frühstück für Papa und dann auch K1s liebes Stimmchen aus dem Hochbett vernommen: „Gaugau. Mama. Trag mich runter in dein Bett, ich hab so müde Füße!“ Kurz in mich gegangen, Kakao vorbereitet und Kind NICHT runter getragen. Und siehe da, nach 10 Minuten hat er sich selbst erhoben und ist gegangen. Stufe für Stufe. Runter. Um dann im Elternbett zusammenzubrechen und im Liegen mit mir kuschelnd den Kakao zu exen. Er ist halt jetzt schon ein richtiger Bub. We are so proud.

08:00 Elvis hat die Bühne verlassen – oder besser gesagt, der hasigste Ehemann von allen ist weg – unterwegs in die Arbeit bzw. in seinen täglichen Urlaub von der Familie – wie ich es liebevoll nenne. Und mir weht nicht der Geruch nach frischen Brötchen, sondern nach dekantierter Kinderkacke um die Nase. K2 hat einen produktiven Vormittag. Und ich bin knapp an der ersten Schreiattacke des Tages (vielleicht hab ich das Mutter-Tourette-Syndrom? Ist das schon mal diagnostiziert worden?), denn K2 kämpft um seine Windel, als ginge es um Leib und Leben. Und nicht nur um Pampers und Ausscheidung. Doch das Unerwartete gelingt: Ich gewinne und er bekommt eine frische Windel und Salbe auf den geröteten Anus.  1:0 für Mama.

09:00 Frühstück. Endlich wollen die Ks was essen und bestellen von der Frühstückskarte im Hotel Mama: Brot und Marmelade. Doch es konveniert nicht. Also lassen es die Herren in die Küche zurück gehen und urgieren Milchweckerl. Und das wird auch gegessen. Hurra. Doch dann begehe ich den Kardinalsfehler. Ich beschließe, den Ks eine Freude zu machen und mit ihnen einkaufen zu gehen. Raus aus der Wohnung. Rein ins Shoppingcenter. K2 findet die Idee super, denn endlich kann er seiner Trotzphase freien Lauf lassen und mal so richtig am Boden liegen und schreien. Weil er sich selbst anziehen will. Sich doch nicht selbst anziehen will. Die Socken nicht selbst anziehen kann. Die Schuhe verkehrt rum anziehen will. Und ich lege mich daneben und schreie mit. Und breche ab. Wir bleiben. IN DER WOHNUNG. UND AUS JETZT. Gleichstand: 1:1. Und ich? Ich wandle meine Energien in Putzen um und bring die Küche auf Vordermann. Bad auch. Wisch den Boden. Und ruhe ganz in mir selbst – ungestört. Doch nicht lange, denn mein Blick auf die Küchenuhr …

11:00 sagt die Küchenuhr. Und das heißt: BALD IST ESSENSZEIT. Und mir bricht der Schweiß aus. Angstschweiß. Denn das heißt: Essen kochen. Und wenn möglich eines, das die Ks auch essen wollen. Welche Strategie soll ich wählen? Irgendwas kochen und hoffen, dass es ok ist? Die Ks fragen? Abstimmen? Flüchten? Aussitzen und hoffen, dass sie aufs Essen vergessen? Eigentlich egal, es gibt manchmal keine richtige Entscheidung. Also Augen  zu und durch: „Wollt ihr Nudeln und Sauce?“ K2: „Ja.“ K1: „Würstel“. Also beides gekocht und aufgetischt. Und welch Wunder, K2 will jetzt keine Nudeln mehr essen. Sondern er will das, was K1 hat. Also genau das. Zum Glück war ich darauf vorbereitet. Das Würstel liegt grinsend auf seinem Teller. Gewonnen. 2:1.

13:00 und allen ist fad. K2 will nicht schlafen, ich schon. K1 will Input. Also nochmals das Projekt Shoppingcenter in Angriff genommen. Die Ks angezogen und raus aus der Tür. Sogar mit brav Hand geben und so. Das erste Geschäft schaffen wir ohne Probleme. K2 bekommt ein Buch, K1 wird vertröstet. Auf das nächste Geschäft. Und dann auf das übernächste. Dann: drei Kindervideos gekauft, immer schon mit einem lauter werdenden Geräusch von K1 im Ohr: „Mama, mir ist langweilig. Mama, ich will nicht mehr. Mama, ich will einen Donout“. Und mit einem immer wiederspenstiger werdenden K2 an der Hand, der sich windet, als würde er entführt werden. Wird er aber nicht. Er will nur was anderes. Oder nicht jetzt. Oder nicht mit uns. Er sagt es nicht, statt dessen schreit er und liegt am Boden. In Gebetshaltung. Und kämpft mit mir auf der Rolltreppe. Zwischenstand: 2:2.

14:00 wir sind schon beim zweiten Bäcker. Es gibt keine Dounats. Und ich kann K1 auf einen Krapfen runter handeln.

14:01. Wie gesagt, EINEN Krapfen. Denn K2 war schlimm bekommt keinen.

14:20. Zuhause. K2 bemerkt, dass er wirklich keinen Krapfen bekommen hat. Punktestand: 3:2 für Mama.

14:21. K2 bekommt ein Milchweckerl. Endstand: 3:3. Und für Mama gibt’s noch einen Strafpunkt für extra Inkonsequenz. Als Topping sozusagen …

#Kindergarten #Sommerpause #Eltern #Kinder

 

 

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