Sommerpause im Kindergarten. ENDE.

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06:55 Tagwache. Irgendwie werden wir alle rund um die magische Sieben munter -mit oder ohne Wecker. Heute ohne. Auf dem Weg zum Klo lege ich noch einen Boxenstopp an der Mikrowelle ein und kredenze K2 sein „Flaschi, Mama, Flaschi“. Warum auch immer ich dafür zuständig bin. Das Kind kann schon laaaaange auch „Papa“ sagen. Eigentlich. Frisch entleert und voll motiviert nehme ich den Herd in Besitz. Denn im Halbschlaf hatte ich die halbgare Idee, der Familie heute Eier, Speck und Bohnen zu servieren. Tja, Liebe durch Füttern eben. Und zumindest einer isst: der hasigste Ehemann von allen. K2 will keine Eier, sondern Nutella. Und das leckt er dann auch ganz brav vom Brot – das wer nicht anrührt. Er hat halt so seine Gewohnheiten mit seinen 2 3/4 Jahren. Und K1 liegt wie ein gestrandeter, mega-dünner Wal im Elternbett und nuckelt seinen Kakao. Ich halte mich an meinem Kaffeehäferl fest. Wie immer. Im Geiste hake ich den Versuch eines größeren Frühstücks als gescheitert ab.

07:45. Hinter dem hasigsten Ehemann aller Zeiten fällt die Tür ins Schloss. Und mir die Frage ein, was wir heute machen. Denn: der Blick aus dem Fenster zeigt nichts Gutes. Regen. Also nix mit Spielplatz (juhu, mich stresst das eh immer so), nix mit Schwimmbad (mag ich auch nicht soooo gerne) und nix mit Radfahren (zitter, zitter meinerseits). Statt dessen wähle ich eine aus meiner Sicht stress- und gefahrenfreie Option: EINKAUFEN. Denn K2 braucht Winterstiefel und Herbstschuhe. Und da heißt es schnell sein, sonst muss das Kind barfuß gehen oder sich die Füße mit Lumpen umwickeln oder so.  Entschluss gefasst und rasend schnell umgesetzt. Um 10:05 sind alle fertig angezogen und die Tür fällt auch hinter uns ins Schloss.

10:15 sitzen wir in der Schnellbahn und fahren zum Kinderschuhgeschäft unseres Vertrauens. Und nicht nur unseres, auf den paar Metern, die wir dann zurücklegen müssen, kommen uns schwer mit quengeligen Kindern und Schuhkartons bepackte Mütter entgegen. Keine Väter.

10:30 treten wir ein und die Kids laufen sofort zur Spielecke und verteidigen diese mit ihrem Leben. K2 entdeckt sogar die Finessen der menschlichen Sprache und erklärt einem zweijährigen Kind, dass es noch ein Baby ist und folglich hier nicht rein darf. K1 versucht zu schlichten und gleichzeitig sein Gebiet zu markieren und vor den anderen zu verteidigen. Doch so idyllisch keifende Kinder auch sein mögen, die Idylle endete abrupt, als die Verkäuferin bei uns einlangte. K2 war nicht, aber auch „not amused“, aber gar nicht. Runter vom Zug? Jetzt? Warum? Betteln hat nicht gewirkt. Also sind wir – die Verkäuferin und ich – zu unser nächsten, ausgereiften handlungspraktischen Bewältigungsmethode schwieriger Situationen übergegangen. „Wenn du jetzt runter kommst, bekommst du eine Überraschung“ säuselte die Verkäuferin mit Engelszungen. „Du darfst auch nachher weiterspielen“ warf ich hinterher. Und wir hatten Glück. Royal Flash und Full house auf einmal, sozusagen oder so. K2 klettert herab und borgt uns sein kleines Quadratlatschi. Größe 27. Wow. Ich bin beeindruckt. Das ist ja eher Füße mit Kind als Kind mit Füßen. Die ersten Schuhe, die er angezogen bekommt, reißt er sich herab. „Nein. Will nicht.“ Die nächsten gefallen ihm besser. 2 Sekunden am Fuß müssen heute für eine Kaufentscheidung reichen. Ok. Ich nehm sie. Und dann ab zu den Stiefeln. Hier: Erstes Paar am Fuß, Kind ein paar Schritte gehen lassen. Beide harmonieren, keinerlei Schmerzensschreie zu hören. Also, auch super. Auch gekauft, Kind wieder in die freie Wildbahn entlassen. Hurra.

 

11:30: Wir sind wieder daheim und ich werfe das Mittagessen an. Mit ungefähr demselben Erfolg wie das Frühstück. Langsam frage ich mich, ob die im Kindergarten einen Kurs für Lichtnahrung besucht haben, so wenig, wie die essen …

12:00 und K2 schreit. Wegen K1.Mein Schlafzimmer ist verwüstet. Stofftiere überall. Ich wusste gar nicht, dass wir so viele haben. Vielleicht vermehren sich die doch? Dazwischen Papierschnipel und Saftspritzer. So toll, hier sieht man, dass Kinder leben … Zwei Kinder sind wirklich was Schönes, denke ich. Warum wollte ich noch einmal kein Einzelkind produzieren?

13:00 und ich schicke eine nur ganz dezent klingende SMS an den Ehehasen und frage mal so unverbindlich nach, WANN ER ENDLICH DA IST????? ENDLICH.

15:00 und er ist da. ENDLICH – und verlangt Futter. Also Mann gefüttert, Kinder bejaust und dann auf Ablöse gehofft. Ehehase plant, mit den Kids außer Haus zu gehen. Super Idee. 1.000 Likes von meiner Seite. Doch dann begeht er den Kardinalsfehler und dreht den Ks zur Überbrückung den Fernseher auf. Und das ist das Anfang vom Ende. Die zwei haben sich in Position gesetzt, wie ein altes Ehepaar, einträchtiger als jemals zuvor und starren auf die bunten Bilder. Und sie starren immer noch, als der Mann schon längst entnervt alleine das Weite gesucht hat.

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