Wenn man glaubt es geht nicht mehr …

… dann kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Oder was anderes. Ähm.

19:00  K1 kocht. Fieber 40+. Also Wadenwickel gemacht und fiebersenkenden Saft in das Kind gefüllt. Gestreichelt. Gemessen. Gekuschelt. Mich in den nach Halsweh und Fieber riechenden Atem gehüllt.

19:15 Besuch. Also schnell das mütterliche Schlabberschlafleiberl gegen Jogginghose und Leibchen getauscht. Sonst kommt der Besuch sicher nie mehr wieder …

19:30 K2 quengelt. Rülpst. Megalaut. Ich bin beeindruckt. Echt jetzt.

19:45 Ab ins Bett. Doch K2 will nicht. Und er hat einen guten Grund: „Speibn“ schreit er und hält sich die kleinen Hände vor den Mund. Was tun? Schnell das Kind gepackt und am Klo geparkt. In Kotz-Ausgangsstellung. Gerade noch rechtzeitig. Doch das Kind trifft nicht. Anfängerfehler. Wie konnte mir das passieren? Ein 2 3/4-jähriger kotzt nicht in die Toilette – schon aus Prinzip nicht. Hätte ich wissen müssen. Blöd gelaufen. Für mich. Für uns. Denn Schwall über Schwall schießt heraus. Übel riechende Fontänen. Wie ein Geysir. Ich wäre beeindruckt, wäre ich nicht sofort mit Hilferufen und gleichzeitiger Flucht beschäftigt. Mit der eignen. Nur raus hier. Und schnell die Füße waschen.  Denn das ist ein Fall für Papa – den hasigsten Ehemann von allen. Denn die Toilette steht gut 1 cm unter Wasser. Obwohl, Wasser ist es nicht. Sondern Kotze. Doch der Mann ist da schmerzbefreit. Er kärchert Kind und Toilette. Beide wirken frisch poliert. Uff. Geschafft.

21:00 K1 schläft ein. Das Fieber sinkt. Wenigsten etwas.

21:45 K2 weint auf. Mir schwant Schreckliches. Dem Mann auch. Innerhalb von Sekunden sind wir vor Ort, um zu retten, was zu retten ist. Die Bettwäsche, die Wand, den Boden. Wie im Flug schnell noch Handtücher mitgenommen. Die richtig großen. Gerade noch rechtzeitig. Denn da kommt schon die nächste Fontäne. Locker 10 cm hoch kotzt K2 im Liegen in die Luft. Doch da bleibt es nicht. Wie alles im Leben kommt auch das zurück. Auf ihn. Bäh. Mit spitzen Fingern das Kind gepackt und vor der Badewanne deponiert. Die ist groß genug, um alles aufzufangen. Da schafft es nicht einmal K2 dran vorbei zu kotzen. Hurra. Und das sagt auch die Waschmaschine, deren gefräßiges Maul wir mit –  nennen wir es mal – verschmutzter Wäsche stopfen. Mit 1200 Umdrehungen dreht sich nicht nur die Waschmaschine, sondern auch unser Hamsterrad. Und damit wir nicht am Rad drehen, teilen wir uns auf. K2 zu Papa, K1 zu mir.

03:00 K1 fiebert fröhlich weiter.

04:00 K2 schläft. Immer wieder. Oder so.

06:30 Tagwache. Wer bitte hat die Kinder aufgedreht? Ja, es geht den Ks besser – aber wir, wir sind gerädert, die Augen rot gerändert, die Stimmung auf Niveau des Badezimmerbodens. Denn wenn Mama nicht ausgeschlafen ist, dann ist die Toleranzgrenze so dünn wie mein Haar.

Der hasigste Ehemann und ich, wir sehen uns mit zittrigem Blick, die Kaffeekübel in der Hand an und wissen: Schlimmer geht immer. Wenn ein Kind krank ist, ist das blöd. Aber blöder ist, wenn beide krank sind. Und ganz blöd ist, wenn zwei Kinder zwei unterschiedliche Krankheiten haben. Doch als mein Hals anfängt, weh zu tun, da schwant mir: Es geht noch viel schlimmer. Wie immer. Wenn nicht nur die Ks, sondern auch wir krank sind. Und so sicher wie das Schleuderprogramm am Ende des Waschprogramms steht, so  sicher bin ich mir: Wenn es uns trifft, dann wird es im blödesten aller Momente sein. Tick Tack. Macht das Schicksal. Tick Tack.

#Kinderkrankheiten #Kinder #Mamablog #Elternblog #Familie #Alltag

Ein Kommentar zu „Wenn man glaubt es geht nicht mehr …

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: