Zwei Seelen in meiner Brust. Meine Top3 Mal 2 von #ichwürdegerne

ich_wuerdeAlltag mit kleinen Kindern. Da läuft nur ganz wenig und in Ausnahmefällen alles so ab, wie man sich das wünscht. Das hat auch die Zeitschrift „Leben & Erziehen“ erkannt und gleich mal unter dem #ichwürdegerne zur #Blogparade aufgerufen. Und danach gefragt, was wir Eltern gerne besser machen würden.

Drei Punkte habe ich, die wünsche ich mir. Wirklich. Sehr. Also ich, als Mutter. Da würde ich gerne …

… geduldiger sein. Nicht immer gleich von 0 auf 180. Beispiel gefällig? Wenn K1 mit seinen 4 3/4 Jahren schon wieder viel zu müde Füße hat, um sich selbst anzuziehen. Und dann irgendwo hinsinkt, um dort mit Null Körperspannung einen nassen Waschlappen imitiert. So lange, bis ich nachgebe, und ihn anziehe. Humpf. Oder dann, wenn K2 mit trotzigem Gesicht sein hilfloses Frühstücksbrötchen mit Messer und Marmelade attackiert, diese dann über den Tisch verschmiert, das Brötchen so vollständig zerkrümelt, dass im Umkreis eines halbem Meters um das Kind kein Durchkommen ist und der Boden ein einziges, bröseliges, marmeladiges Minenfeld. Und das Kind. Das macht dann nicht einmal einen Bissen. Grrrrrr. Da pocht schon bei der bloßen Erwähnung so eine kleine Ader an meiner Stirn – auch wenn ich weiß, dass Kinder so sind und so sein müssen, wenn sie lernen und sich erproben wollen. Weil es in Wahrheit für mich nur zwei Möglichkeiten gibt: konsequentes Abtrainieren dieser Eigenschaften oder aber, sie machen lassen – ohne Motzen.

…. leiser sein. Die eignen Stimmbänder und die Nerven der Umgebung schonen. Denn irgendwie passe ich mich an die Lautstärke von K1und K2 an und reguliere sie dann noch ein bisschen nach OOOOOBEN. In der Hoffnung, dass meine sicher zu 100 % willkommenen und hilfreichen Inputs gehört werden. Doch die stoßen auf taube Ohren – vielleicht liegt es ja am Lärm?

… belastbarer sein. Sollte doch kein Problem sein. Mütter sind doch eh so Wunderwuzzis, die Pferde ohne Beine rückwärts reiten, wenn ich hier mal auf den Song „Sie müssen nur wollen“ ganz dezent anspielen darf.  Der Welt ein Bein nach dem anderen ausreißen, Supermutti sein und dabei auch noch gut drauf sein – das gelingt mir aber nicht. Vielleicht, weil ich keine Pferde mag. Egal. Wenn K2 übermüdet sein Flaschiiii verlangt und schreiend neben mir steht, während ich es zubereite. Eine Sache von 50 Sekunden übrigens.  Grob geschätzt. Und gleichzeitig K1 vom Klo schreit, dass die Produktionstätigkeit von Kacka abgeschlossen und der Popo auszuwischen sei. Dann vielleicht noch ein Handy läutet oder der hasigste Ehemann von allen irgendetwas sucht. Dann würde ich am liebsten alles hinschmeißen. Den Sch…-Mama-Job und mit sofortiger Wirkung kündigen. Dann. Reicht‘s. Mir. Verständliche Emotion, trotzdem wenig zielführend. Daher würde ich gern in genau diesem Momenten zu Meister Yoda mutieren, gelassen sein, gelöst sein, taub sein  😉

Und ich? also nicht so ich als Mutter, sondern als Mensch? Da hätte ich ganz andere Dinge, die ich mir wünsche. Was? Nur drei Dinge, aber die vermisse ich. Ich würde gerne …

… ausgeschlafen und nicht dauermüde sein. Nicht so wie immer – mit Nerven so dünn wie ich in den 90ern, mit Brummschädel wie nach einer durchgesoffenen Nacht. Nur eben ohne den Spaß, ohne das Saufen. Mich nicht schon morgens um 06: gerädert, geteert und gefedert fühlen – nach einer viel zu kurzen Nacht. Weil K1 Lulu machen musste und zum Klo getragen werden wollte, weil K2 ein Flaschiiiiii brauchte und ich dann wach im Bett liege und den Atem des hasigsten Ehemannes von allen mit Blicken durchbohre, weil er mir um die Nase weht und meine Schultern von diesem Luftzug verspannen. Momente, die sich zu Stunden dehnen, bevor ich zum äußersten gehe und den Mann so lange schubse, bis er sich umdreht. Für die nächsten 5 Minuten.

… Feierabend haben. So wie früher, in der guten alten Zeit, bevor ich zwar nicht gut, aber alt wurde. Dank der durchlatschten Nächte, ein Kind auf dem Unterarm drapiert. Dank der vielen urgierten und eifrig servierten Flascherl in der Nacht. Dank dem Füttern und dann auf den Knien den Boden putzen nach jedem Essen. Dank dem edlen, aber aussichtslosen Kampf gegen fiese Kanten und gemeine Erhöhungen, von denen ich die Ks fernhalten wollte. Dank der letzten, allerletzten, völlig letzten und sicher ganz letzten Gutenachtgeschichten, die ich vorgelesen und unauffällig gekürzt habe …

… meinen Kopf mal wieder nur mit unnötigen Dingen beschäftigen. Damit, dass sich Brad und Angelina scheiden lassen, ob wieder irgendeine Prinzessin schwanger ist, ein Sternchen auf Drogen. Und nicht: Ist genug Milch im Haus? Sind Eier da? WAAAAAAAAS? Nur vier?! Was sollen K1 und K2 essen? Ist das Geschirr geputzt, die Wäsche sauber und sind die Kinder gespült? Warum? Warum muss ich das machen. Ich würde gerne Mann sein und eine Frau haben – eine so wie mich. Eine, die auf all diese Fragen eine Antwort hat – wenn auch nicht immer eine freundliche und sozial verträgliche ;-).

#ichwürdegerne #Blogparade #Mamasein #Mutterschaft

3 Kommentare zu „Zwei Seelen in meiner Brust. Meine Top3 Mal 2 von #ichwürdegerne

Gib deinen ab

  1. Meine kleinen Jungs sind 6&9. Der grosse 45.
    Es ändert sich nix. Wenn sie aus dem Fläschchen-Alter raus sind kommt eine neue Sache wg der nan Theater machen kann..

    Ich bin froh dass wir anscheinend gaaanz normal sind wenn ich den Beitrag oben lese.
    Obwohl ich manchmal glaube dass die Welt ein Irrenhaus und hier die Zentrale ist 😉

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