#Blogparade: Gönner-Haft

Sabine von „Daheimundmehr“ hat zur #Blogparade aufgerufen und gefragt, was wir uns als Mutter so gönnen. Natürlich bin ich dem Ruf gefolgt und bei der Parade gleich mal mit marschiert. Denn das mit dem Gönnen, das hat was …

Also mal vorweg: Ja, ich tue es. Ich gönne mir Freigang – so wie auch Häftlinge Freigang haben. Und die haben schließlich was verbrochen, nicht neue Menschen gezeugt. Doch während es bei Verbrechern wohl in den Augen der Gesellschaft ganz ok ist, dass die mal wieder und auch immer mehr raus dürfen, um sich an das „normale“ Leben zu gewöhnen, ist das bei Müttern oft nicht der Fall. Da hab ich dass Gefühl, der Wunsch, raus zu kommen und sich was zu gönnen, weckt Irritationen.  Große.

Wieso? Weil Mütter sich nichts zu  gönnen brauchen. Und schon gar nicht Freigänge und ein eigenes Leben. Schon, dass man sich als Frau und Mutter dazu bekennen muss, dass man sich etwas gönnt, spricht Bände. Und zwar keine guten.

Denn was da im Raum steht, sind unausgesprochene Fragen und sie stinken – nach Mottenpulver und Staub aus dem letzten Jahrhundert, nach Mief und abgestandener Luft: Darf ich das? Darf ich mir was gönnen? Und: Gönne ich mir mal was – für MICH? Vielleicht sogar Auszeiten vom Alltag.

Scheiße, ja. Natürlich. Und ich hab auch gar kein schlechtes Gewissen. Weil Menschen – außerhalb von Straflagern und Diktaturen – das verdammte Recht dazu haben.  Aber sowas von. Was ich mir so gönne? Hier meine Hitliste der Ungezogenheiten.

Ich lese. BÜCHER. also so richtig anachronistisch, mit Buchstaben und Seiten und so. Und ich setz dafür auch mal die Ks vor den Fernseher. Denn sonst käme ich vor 21:30 nicht dazu. Und dann befindet sich schon mein Gehirn im Halbschlaf …

Ich habe einen Blog. Und ich schreibe da. Okay, alle, die das hier lesen, wissen das, aber auch das gönne ich mir. Vor allem am Wochenende, wenn ich mal eine Stunde oder so hab, um mit der Tastatur zu verschmelzen.

Ich habe Mädelsabende. Mit meist weiblichen Menschen ohne Kinder und schnupper ein bisschen das freie ungezwungene Leben abseits von Küche, Kindern, Kacke und Kotze an und ich könnte mich in den Geruch verlieben. Hmmm. Gut. Wie früher, als ich noch ganze Unterhaltungen fuhren konnte, ohne nach jedem Satz einem Kind nachzulaufen, Windeln zu wechseln, Streit zu schlichten.

Ich gönne mir Ausgeh-Abende mit dem hasigsten Ehemann von allen – zum Essen gehen, reden und einfach aus der Mutterrolle schlüpfen können. Wieder Schmetterling sein, nicht Raupe.

Ich gönne mir einen Job – okay, es ist keine Karriere, aber ein Job ist nun mal auch nicht schlecht.Und manchmal kann man auch in einem Job auf Kongresse ins Ausland fahren –  Austausch, neues Wissen und so. Auch das gönne ich mir – und damit Tage und Nächte, in denen die Ks nicht bei mir sind. Und quasi fremd betreut werden – vom hasigsten Ehemann von allen.

Doch eines, das gönne ich mir nicht: Mich zu rechtfertigen, weil ich mir etwas gönne. Warum? Weil ich ein Fan von der Idee bin, ein Leben abseits der Kinder zu haben, ich sein zu können und das  als Mutter ablegen zu können. Nackt. Ungeschminkt. Lebendig.

Wer sich sonst noch was gönnt? Und was genau? Das gibt es bei „Daheimundmehr„.

 

 

 

 

 

6 Kommentare zu „#Blogparade: Gönner-Haft

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  1. Ich mag die Einstellung! Ja, warum müssen wir Frauen uns quasi dafür rechtfertigen, uns „mal was zu gönnen“? Wir haben doch nichts verbrochen…! Ich persönlich bin auch eher der Typ von Mensch, der diese Auszeiten gerne mal mit schlechtem Gewissen verbindet und diese deshslb aufs Minimalste reduziert. Ich habe auch kürzlich darüber geschrieben:
    https://mammamiamitzweimaeusen.wordpress.com/2016/10/18/ein-cocktail-an-buegelwaesche-die-dame/
    Viele Grüße! Claudia

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