Demolition men

Back in the 90ies – mitten im ironischen SF-Film mit Sly Stallone, Sandra Bullock und Wesley Snipes. Hier und jetzt für Sie neu aufgelegt: als gute, etwas naive Polizistin, die sich immer an die Regeln hält: Mama als neue Sandra Bullock. Als Bösewicht, der aus dem „kryogenischen Gefängnis“ entkommt und in einer gewaltfreien Zukunft aufgetaut wird: statt Wesley Snipes nun K2, direkt in den letzten Ausläufern seiner Autonomiephase. Und als guter, ebenfalls aufgetauter Retro-Cop, der ihm als einziger das Handwerk legen kann: K1 statt Stallone.

Der Plot ist kaum verändert … K2 demoliert nicht nur in unserer Wiener Wohnung alles und nimmt auf Leib und Leben keine Rücksicht. Er nimmt sich, was ihm gerade gefällt: Den Feuerwehrmann-Sam-Feuerwehrhubschrauber von K1 und montiert Steuerknüppel und Glaskuppel ab. Das Playmobil-Flugzeug, das dann modifiziert ist. Ohne Reifen. Ohne Höhenruder. Und ohne Flugzeugdach … Die Wachskerzen, die plötzlich ohne Wachs dastehen. Den Playmobil-Elefanten, der Ohren und Beine einbüßt. Die Playmobilmännchen, die immer ihre Haare verlieren und die Motorräder ohne Lenker und Windschutzscheibe. Arrggggghhhh.  Und wie schon Sandra kommt die gute Polizistin nicht dagegen an: Der Hinweis, dass das ganze Zeug sich zwar einmal, zweimal, hundertmal reparieren lässt aber irgendwann völlig kaputt geht, wird gerade einmal dezent ignoriert. Und auch die in Aussicht gestellten Konsequenzen wie „Wenn du das noch einmal machst, darfst du nicht mehr mit den Spielsachen von K1 spielen“ wirken nicht so wirklich einschüchternd. Ich könnte wohl genauso gut mit Blumen im Haar einen Ausdruckstanz aufführen und dazu rosa Einhörner pupsen, der Effekt wäre derselbe, nämlich Null.

Doch zum Glück gibt es da K1, der mutig dem dreijährigen „Demolition man“ entgegentritt – auch wenn dabei wieder einiges demoliert wird. Kollateralschäden eben. Traurig, aber unvermeidlich. Denn wie schon Stallone ist auch K1 kein Freund großer Diplomatie und langer Reden, aber er ist effektiv und effizient. Und wie Bullock muss auch ich immer öfter einsehen, dass ich einen Schritt zurücktreten und anderen das Feld überlassen muss. Die Ks regeln das unter sich – Erwachsene stören da. Ja, es sieht so aus, als könnten sie kleine Streitigkeiten unter sich ausmachen. Wieso? Weil wie Snipes und Stallone verbindet auch K1 und K2 etwas ganz Wesentliches: Sie stammen aus der gleichen Zeit und handeln aus dieser Zeit heraus. Sie sind einander ebenbürtig, anders und doch gleich. Kinder eben. Spielkameraden eben. Brüder eben. Das ist großartig, aber noch lange kein Happy End. Denn wie Stallone und Snipes sind auch K1 und K2 nicht gerade pfleglich im Umgang mit der Infrastruktur. Das sieht man. In unserer Wohnung …

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