Die liebe Schwimu und ich

Kinder verändern alles, sagt man. Auch die Beziehung zur Mutter. Doch wie? Und genau danach fragt „Tante Emma“ und ruft zur #Blogparade darüber auf, wie sich die Beziehung zur Mutter verändert hat.

Das kann ich mit zwei Worten beschreiben: „Gar nicht.“ Denn: Keine Beziehung, keine Veränderung. Und damit auch kein Beitrag?  Nicht ganz. Denn was sich durch die Ks wirklich verändert hat, war meine Beziehung zur Schwiegermutter.

Die Beziehung zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter ist ja traditionellerweise eher schlecht. Hält sich dadurch der Neuigkeitswert auch hier in Grenzen? Nun. Bei uns war das anders.

Nach anfänglicher massiver Irritationen im vorigen Jahrtausend wie „Ist die drogensüchtig? Die ist so blass?“ haben wir uns schnell angenähert. Mit der Hochzeit hat sie mir auch dann das Du-Wort angeboten, während sie mich schon fast drei Jahre gedutzt hat. Ich war ja so jung. Aber trotzdem war ich immer die „gute“ Schwiegertochter. Die, die brav den hasigsten Ehemann von allen unterstützt und keine Wellen schlägt. Die, die funktioniert.

Und dann kam K1

Und mit ihm veränderte sich die Beziehung schlagartig. Denn plötzlich brauchte ich ihre Hilfe, um ohne Kind zur Physiotherapie zu dackeln, um die (irreparablen) Geburtsverletzungen durch die vaginale Geburt in den Griff zu kriegen. Um mal den einen oder anderen Abend mit dem Ehehasen allein zu verbringen. Das ging ja noch – K1 war ja noch klein und süß und noch nicht in der Lage, Unordnung zu verbreiten. Doch dann fing er an, sich fortzubewegen. Und Brei zu essen. Und es wurde langsam anders zwischen uns.  Und das lief dann z.B. so ab:

Ich: „Bitte gib K1 keinen Vitaminsaft.“
Sie: „Aber der ist so gut.“
Ich: „Ich will das aber nicht.“
Sie beim nächsten Treffen: „Schau, ich hab euch eine Flasche Vitaminsaft gekauft.“
Ich: Im Geiste auf der Suche nach einer Hacke …

Schon da hätte ich mir denken können, dass da noch was nachkommt. Aber ich war damals zwar nicht mehr jung und naiv, sondern alt und naiv. Sehr naiv. Dabei hatte ich doch einige Jahre zuvor in der ersten Reihe quasi live und in Farbe miterlebt, wie sich die Beziehung zwischen Schwimu und Schwägerin durch deren Kids verändert hat. Nichts konnte die Schwägerin richtig machen. Die Kids waren entweder zu dünn oder immer zu krank: Weil die Haube fehlte; weil sie schwimmen gingen; weil sie in Urlaub fuhren, weil sie NICHT in Urlaub fuhren; weil sie ihren eigenen Kindern das Spielzeug kaufte, das sie wollte. Nie schaffte sie es, dass die Augen der Schwimu gnädig auf sie blickten. Und trotzdem traf die Missgunst mich unvorbereitet – wie die Todesstrahlen aus Starwars.

Verbrannte Erde

Als dann auch noch K2 kam und seitdem beide laut und wild miteinander „interagieren“, hat unsere Schwimu-Schwito-Beziehung (also die Schwiegermutter-Schwiegertochter-Beziehung) eine neuen Negativ-Höhepunkt erreicht. Denn es gibt da so Killerphrasen, die bei mir emotional irgendwie nur verbrannte Erde hinterlassen. Liegt wohl daran, dass ich hochsensibel bin und mir Manches wirklich zu Herzen nehm. Beispiel gefällig? Hier die Top-3 meiner persönlichen Hitliste.

Ich: „Bitte mach das so und so …“
Sie: „Hast du a Ahnung“

Ähm. Danke nochmal. Ich weiß, ich bin zu dumm um meine Kinder zu erziehen und ich kenn mich da nicht so aus und brauche unbedingt jemanden, der mir erklärt, wies richtig geht. Ich hab die Ks ja auch erst fünf bzw. drei Jahre …

Ich: „Wie war’s mit den Ks?“
Sie: „Furchtbar. Schrecklich.“

Was passiert war? Nix. Die Ks  haben einfach gespielt. K2 ist in der Trotzphase und ignoriert die Order, dass die Spitzendeckerln nicht vom Tisch gefegt werden dürfen, seit drei Jahren konsequent. Oder sie stoßen versehentlich ein Glas Saft aus – auf dem  PLASTIK-Tischtuch …

Ich: „Könnt ihr die Ks nehmen?“
Sie: „Wir sind auch nicht ins Kino gegangen. Wir haben früher auch niemanden gehabt.“

Eh klar. Nicht, dass es uns besser geht als euch damals. Wie komm ich bloß auf die Idee, dass Eltern es generell toll finden, dass es den Kindern besser geht als ihnen. Und wie komm ich dummes Weib auch nur drauf, dass Großeltern an ihren Enkerln mehr als akademisches Interesse haben und sie GERNE bei sich haben. Vielleicht, weil ich es im Kindergarten anders erleben. Da gibt es Großeltern, die ihre Enkerl einmal die Woche abholen und bei sich übernachten lassen. Großeltern, denen nicht die Daumenschrauben angesetzt werden müssen, sondern solche, die es gern tun. Naiv sag ich nur …

Das Ende vom Lied

Wir haben die Besuche – zumindest zu viert – auf ein Minimum reduziert. Denn jeder Besuch bedeutet Stress für die Schwimu. Aufdecken. Jause vorbereiten. Laute Kinder. Unordnung. Geht ja gar nicht. Muss auch nicht. Danke auch.

 

9 Kommentare zu „Die liebe Schwimu und ich

Gib deinen ab

  1. Verstehe ich völlig, leider müssen wir zwangsweise regelmäßig zu den Schwiegereltern da mein Freund seinen Bauernhof dort hat. dem Kind gen ich sowieso das falsche , und zu wenig streng San ma sowie. Seit neuestem is immer was: warum benutzt ihr immer so viele Gläser , warum stellt ihr die Kaffeetasse in den Geschirrspüler (es gibt eine bestimmte Ordnung wie ihr der elektimer gezeigt hat und das muss gehalten werden besonders die Löffel) und der oberhammer heut sie können die terasse benutzen da dort die Sandkiste steht( die sie selbst hin haben) und der ganze Sand wird im Haus verteilt deshalb kann sie niemand einladen (tut sie eh sonst auch ned)

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  2. Es ist heute auch vieles anderes, hat sich weiterentwickelt und es gibt neue Erkenntnisse und Studien… Uppsala!!! Komisch das wir uns teilweise daran orientieren oder den Pekip Kurs besuchen und unsere eigenen Wege gehen und eigene Erfahrungen sammeln wollen…. RABENELTERN…. Außerdem kommt bei uns noch hinzu, dass mein Mann und ich sehr unterschiedlich aufgewachsen sind… Das heißt 2 Omas 2 Meinungen die sich nicht vereinbaren lassen…. Das bedeutet : Wir machen es eh falsch!!!!

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  3. Es hat sich halt auch heute einiges verändert und es gibt neue Erkenntnisse, Methoden und Studien… Es gibt Pekip Kurse und Babyschwimmen und es gibt für Babys Schlafsäcke. KOMISCH sie brauchen ja dann gar keine Decke mehr!!! Ehm ne brauchen sie wirklich nicht…. Und so geht es gerade weiter…. Schön, dass man damit nicht alleine ist…. Bei uns gibt es sogar zwischen den beiden Omas unterschiedliche Ansichten und Gewohnheiten… Das bedeutet automatisch :Wir machen es eh falsch!!!!

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