Super-Viren-Gau am Samstag.

Es ist 5 Uhr und K1 reißt die Tür auf, dicht gefolgt vom hasigsten Ehemann von allem. Warum? Er will zur Mama. Das bin ja dann wohl ich, obwohl ich um diese Uhrzeit da jedem anderen gerne den Vortritt lasse.

WARUM? WARUM? Es ist Samstag. Wie könnte es auch anders sein. Es ist Samstag und K1 hat Fieber. 40+.

Das ist wohl ein ehernes Gesetz: Die Ks werden IMMER am Wochenende krank. Und bevorzugt dann, wenn wir jobbedingt echt am Rotieren sind. Ich habe ja den schweren Verdacht, dass nicht nur bei technischen High-End-Geräten wie Handys, Drucker und Waschmaschinen eine geplante Obsoleszenz eingebaut ist, sondern auch bei Kindergartenkindern. Da geht wohl nach 40 Tagen ohne Fieber, Magen-Darm oder Rotzglocke bis zu den Knien irgendwo im Kinderkörper ein Alarm an. Und schwupps wird das Kind krank und das Universium geht wieder seinen gewohnten Lauf.

Aber zurück zum Moment, an dem sich der Plan fürs gesamte Wochenende ändert. Denn der hasigste Ehemann von allem klärt mich über die letzte Nacht auf. Und darüber, mit wem er sie verbracht hat. Nämlich mit K1. Spaß hatte wohl keiner von beiden – zumindest schauen beide ziemlich derangiert aus ihren Pyjamas. Ist ja auch klar, immerhin hat der hasigste Ehemann von allen seinen Erstgebohrenen seit 3 langen, ja schier endlos langen, schlafentzugsvollen Stunden durchgehend serviciert – mit Kuscheln, Zudecken, Abdecken, Fiebermessen, Umziehen, Wasser bringen. Und jetzt hat der hasigste Ehemann also den ersten, sich bietenden, rettenden Strohhalm ergriffen. Und zwar, den Wunsch von K1. „Mama, ich will zu meiner Mama.“ Und da sind sie nun. Bei mir. Und der hasigste Ehemann gibt Fersengeld und verkrümelt sich ins Bett. Und K1 und ich – wir bleiben zurück – unglücklich vereint.

Also das Kind gekuschelt, als gäbs kein Morgen oder zumindest noch etwas Schlaf. Doch das hat auch nur eine bedingte Halbwertszeit. Denn das Kind ist unleidlich. Sobald das Fieber gesunken ist, ist er nämlich unausgeglichen. Und nicht nur er. Denn heute steht die Sommerrodelbahn auf der Hohen-Wand-Wiese in Wien auf dem Programm. Und am Abend: Fortgehen. Nur die Mama, mit einer Freundin. Oder sollte ich lieber sagen: Stand. Denn ein Blick auf das Fieberthermometer zeigt: Hier herrscht Hitzewelle. 40 Grad Plus. Nicht gut. Gar nicht gut.

Und ich muss kein Wetterfrosch sein die Prognose der nächsten Tage, die da lautet: Hitze, Hitze, dazwischen kühle Schauer von Frustration und Decke-auf-den-Kopf-Fall-Wolken. Kindergarten fällt Hitze bedingt aus. Und arbeiten für die Mama auch. Das ruft – laut, misstönend und gar nicht leiwand – nach Pflegeurlaub.

Also Kriegsrat abgehalten und umdisponiert. I love it. We love it. Nicht. Also: Der hasigste Ehemann und K2 – ab zum Einkaufen (denn wer krank ist, braucht trotzdem was zu Essen im Haus. Vor allem für die mit dem kranken Kind gestrandeten Eltern) und dann ab auf die Hohe-Wand-Wiese. Zum Sommerrodeln. K1 und Mama: ab zum Vieren-Infight. Mit Kuscheln. Tee. Fiebersenkender Medizin. Halswehzuckerln und Videos. Ganz viel Videos. Und noch mehr Fieberattacken. Diese werden bevorzugt im elterlichen Bett ausgelebt. Schwitz. Schwitz. Doch von so kleinen Unannehmlichkeiten wie Ganzkörper-Schweißabdrücken in meinem Bettzeug lässt sich eine Mama nicht entmutigen.

Denn ich kann jetzt schon sagen: Meine Pflege wirkt. Nicht, dass K1 gesund ist. Nein, mit nichten. Aber ich, ich fühl mich schon krank. Und jetzt entschuldigt mich, ich sterbe ein bisschen. Hatschi.

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