Die Kids schlafen, die Zeit läuft.

Es ist 20 Uhr. Und die Zeit läuft. Ab jetzt. Denn die Ks schlafen. Beide! Das ist super. Denn normalerweise sind die beiden um 20:00 meilenweit davon entfernt, sich in Morpheus Arme zu werfen. Viel mehr geht der da noch für mindestens eine Stunde in Deckung – bei den aufgedrehten Jungs.

Aber nicht an diesem Tag. Da ist alles anders. Das ist ein Wunder –  kein göttliches, eh klar. Aber eines der Natur. Wirklich. Denn blöde Bakterien und fiese Viren sind bei K1 eingezogen. Die Folge: Der ausgeschlafene Bub ist heute mal ganz und gar nicht ausgeschlafen. Sondern sooooo  müüüüüüüde. Und K2 zum Glück auch – nicht vom Kranksein, sondern vom Toben.

Und die neuen Mitbewohner – die Viren und Bakterien – haben nicht nur Fieber und Krankheit mitgebracht, sondern quasi als Gratis-Draufgabe auch ein Geschenk für uns Eltern: Und zwar das Größte, dass man uns machen kann.

Wir haben eine Stunde bekommen. Eine ganze. Nur für uns. Quasi Freizeit. Was also anfangen, mit diesem unverhofftem Geschenk? Eines ist klar. Wie die Gunst der Stunde am besten nutzen? Boden aufwischen (gehört endlich gemacht), Wäsche abnehmen (mein tägliches Waterloo), Beine rasieren und Augenbrauen zupfen, bevor ich aussehe wie die Reinkarnation von Frida Kahlo. Kann man, muss man aber nicht machen. Zumindest jetzt nicht.

Denn da gibt es sicher etwas Besseres, was wir mit dieser Stunde anfangen können. Vor meinem geistigen Auge formt sich da ein nicht sehr jugendfreies Bild von einem romantischen Abend in höchster Vollendung.

Also …

Mann: ab in die Dusche. Sich den (Schweiß-)Geruch des Sommers abwaschen.
Ich: raus auf die Loggia, Türen aufgerissen, Tisch und Stühle hingestellt. Laterne drauf, Kerze rein. Streichholz her. Passt. Die Kerze ist schon mal entflammt!
Mann: duscht immer noch.
Ich: Küche – den Kühlschrank durchwühlen. Essen und Getränke rauszerren, zur Loggia apportieren. Im Schweinsgalopp.
Mann: fertig geduscht. Allein angezogen.

Und dann ….
… wir sind so weit. Jetzt schnell die gewonnene Stunde genießen, denn …
… der Countdown läuft:

3 … Zusehen, wie es Nacht wird über Wien, wie die Nachbarn im Wohnblock gegenüber ihre Abentroutine absolvieren – alles eingetaucht in den allabendlichen Schein der Fernseher.

2 … Essen. Und trinken. Und zur Ruhe kommen.

1 … Und dann eine Runde Quatschen. Über den Job. Über das Leben. Über das, was auf der Seele drückt und was uns glücklich macht.

Sex … Endlich hat das Warten ein Ende. Nichts mehr mit „please hold the line„. Jetzt heißt es, „her mit dem Penis“ und nicht nur Mama, bitte kommen. Zwischenzeitlich stellte sich  mir kurz die Frage, „Können Penisse eigentlich grinsen?“, aber das sprengt den orgasmischen Rahmen dieser Geschichte hier.

Alle Wünsche erfüllt? Mit nichten. Denn neben dem Wunsch, dass K1 bald wieder fit ist, bleibt noch eine leise Hoffnung. Und zwar: Mögen die Kids noch lange mit viel gutem Schlaf gesegnet sein. Auch nach dem Auszug von Viren und Bakterien.

Bild: Pixabay, Fotograf: pivisio, gemeinfrei

4 Kommentare zu „Die Kids schlafen, die Zeit läuft.

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