48 Stunden Single.

Der hasigste Ehemann ist Freitag Nachmittag zum Campen gefahren. Und mit ihm der Zarte – K1 – und der Harte – K2. Und das heißt: ich hab frei. Von der Familie. Und ich wieder Single – quasi. Für zwei Nächte, grob geschätzt 48 kostbare Stunden – nur für mich allein.

Schon vor Wochen hab ich Vorkehrungen für dieses eine Wochenende getroffen. Hab einen Freund instruiert, mich sofort zu informieren, wenn Weggehen in größerer Runde angesagt ist, hab die Fitnesskarte poliert und mit einer lieben Freundin ein Samstag-Abend-Date ausgemacht. Denn jetzt heißt es: alles geben! Und kinderfreie Luft schnuppern, sich zurück-beamen ins DINKS-Leben.

Also. Der Countdown läuft.

Stunde Null: Anruf vom hasigsten Ehemann von allen um 14:00. Er hat den Zarten – K1 – und den Harten – K2 – schon ins Auto eingeladen und ist on the road. Super. Sturmfreie Bude quasi. Ich mach dann nur schnell mal ein Konzept in der Agentur fertig …

Stunde 3: So gegen 17:00 wanke ich erschöpft zum Ausgang. Im Büro herrscht eine Stimmung wie nach einer Zombie-Apokalypse. Keine lebende Seele mehr hier. Alles ausgestorben. Ich überlege kurz, ob ich schnell mal das Radio einschalte oder im Internet „Weltuntergang“ googlen soll. Aber dann doch Entwarnung. Die Putzfrau ist auch noch hier. Und nur sie. Aber jetzt nicht aufhalten lassen. Raus hier. Und rein ins Single-Dasein.

Stunde 4: Ich bin daheim. Und ich bin furchtbaaaaar müde. Wie Konrad Kaninchen, der angeblich jeden zum Einschlafen bringt. Heldenhaft gehe ich NICHT ins Bett, ich deponiere mich vor dem Fernseher. Uff. Anstrengend. Also mal den Zuckerhaushalt auf Touren bringen und ein Eis schlecken. Dabei schnell mal das Handy checken. Ängstlich. „Hat eh keiner angerufen? Ist heut eh nichts angesagt?“ Entwarnung. Alles ruhig.

Stunde 5: Ich gebe auf. Und gehe ins Bett. Für ein Nickerchen.

Stunde 5 1/2: Game over. Der hasigste Ehemann von allen meldet sich mit einem Statusbericht: Alle leben. Also zurück zur Home-base – also vor den Fernseher. Und das tun, was Singles wohl eh oft machen: Fernsehen.

Stunde 9. Abschalten – den Fernseher. Und mich. Mit der Frage: „War das Fernsehprogramm immer schon so schlecht? Oder hat mich die stimmige Logik und das  Storytelling der Macher von Feuerwehrmann Sam ein für alle Mal verdorben?“ Egal. Jetzt erst mal AUSSCHLAFEN. Wie früher. Bis 10:00 oder so.

Stunde 16 1/2. Es ist Samstag, 06:30. Guten Morgen! Und Dankeschön, lieber Biorhythmus. Ich bin auch schon wieder wach – also erst Mal Kaffee. Und dann ganz Single-Mäßig überlegen, was ich mit diesem wundervollen Tag anstelle. Beginnen wir mit etwas total ausgefallenem: Duschen. Und danach: Erstmal einen Kaffee, Teil 2.

Stunde 18: Ich schau dann mal kurz mal am PC etwas nach.

Stunde 24: Oha, schon 14 Uhr. Die ersten 24 Stunden Single-Dasein sind vorbei, jetzt aber schnell … Jetzt schnell einkaufen gehen, ich habe HUNGER. Und ich brauche Milch und Tampons – also unabhängig voneinander, nicht, dass da komische Gedanken aufkommen.

Stunde 25. Zurück. Mit gefühlt 12 kg Lebensmitteln. Immer noch hungrig. Dafür hab ich die Tampons vergessen. Macht nichts. Erst mal was essen. Am besten vor dem Fernseher. Hurra, gammeln kann ich :-).

Stunde 25 1/2. Noch schnell ein kurzes Schläfchen vor dem Fortgehen. Bevor wir Mädels die Nacht zum Tag machen und bis in die Puppen um die Häuser ziehen.

Stunde 26 1/2. Erst mal duschen. Dann anziehen – also im Rekordtempo 3.000 Sachen aus dem Kleiderschrank reißen, anprobieren, zurücklegen. Nichts passt heute. Kurz überlege ich, nackt zu gehen. Aber es ist echt windig in Wien.

Stunde 27. Wurscht. Irgendwas angezogen. Ich muss jetzt gehen, sonst komm ich zu spät.

Stund 28. Geschafft. Wir sind da. Beide. Wir starten den Abend mit einem super Abendessen und einem Glaserl Wein …

… und beenden ihn auch da. Denn zwischen Migräne und Regelschmerzen fällt uns jetzt – so ganz kinderlos – vor allem eines ein, was wir heute so machen wollen: SCHLAFEN. Denn Mama ist müde.

Stunde 32: Es ist 22:00. Gute Nacht.

Stunde 40 1/2. Es ist Sonntag, 06:30. AHHHH. Schon wieder munter. Na dann, Standardprogramm: Duschen, Kaffee, Kaffee (ja, zwei), Fernseher, Computer. Schnell  das Single-Dasein genießen. Am besten zuerst noch eine Runde schlafen.

Stunde 48:  Oh, ihr seid schon wieder da? Wie war’s. Hier? Hier war’s super. Aber ich bin zu gar nichts gekommen …

Kennt ihr das? Nehmt ihr euch manchmal auch vor, ganz viel in ganz kurzer Zeit zu machen und macht dann gar nichts davon? Oder nur einen Teil? Oder was anderes?

8 Kommentare zu „48 Stunden Single.

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